IE005 – Wie Du Leute vom Konzert zu Deinem Album bekommst – Auch wenn es noch gar nicht veröffentlicht ist!

Hilfe! Ich spiele ein Konzert, aber mein Album ist noch nicht fertig!


Neulich sass ich mit einem Künstler in einer Bar und er erzählte mir, dass er bald ein Konzert spiele, aber dass sein Album erst drei Monate später käme. Er überlegte, was er nun tun solle, um die Leute von dem Konzert zu seinem Album zu bekommen.

Und das, obwohl das Album noch gar nicht fertig war.

Ich finde die Frage sehr spannend und habe sie auch nicht zum ersten Mal gehört.

Was machst Du, wenn ein Konzert ansteht, Du die Leute gerne dazu bewegen würdest, Dein Album zu kaufen – aber das ist noch gar nicht da?

Diese Frage stellen sich viele Künstler, die kurz vor einem Release stehen und ein Konzert, vielleicht sogar mit einem passenden, großen Headliner spielen.

Leute fragen dann:

Soll ich nun das Release vorziehen? Ich will da ja mein Album verkaufen und wegen dem Headliner kommen auch richtig viele Leute, die vielleicht auch meine Musik mögen.

Das wäre die ungünstigste Möglichkeit, da an den Release eine ganze Menge anderer Aktionen hängen. An Release- und Promoplan sollte man festhalten und diesen Plan auch nicht aufgrund eines Konzertes, egal wie groß und verlockend, durcheinanderbringen. Zieht man einen Release vor, leidet immer die Promo darunter und es entstehen Reichweiteverluste, die ein Konzert kaum wieder abfangen kann. Lass Dich von solchen Verführungen nicht von Deinem Plan abbringen.

Solltest Du das Konzert absagen?

Natürlich nicht! Du solltest die Chance nutzen, neue Fans zu gewinnen und an Dich zu binden.

Wie bekommt man aber nun die Leute dorthin, wo sie Dein Album sehen und kaufen können?

Da es das Album noch nicht gibt, kann man die interessierten Leute erst mal einsammeln, damit man sie direkt benachrichtigen kann, wenn das Album kommt.

Leute sammeln kannst Du zum Beispiel auf Deinen Social Media Profilen.

Und zwar am besten auf dem einen Profil, das Du am besten gepflegt hast, und um das Du Dich am meisten kümmerst.

Wenn dann Dein Album kommt, informierst Du auf Deinen Social Media Kanälen Deine Interessenten.

Da bei Postings auf Facebook-Künstlerseiten nur ein Bruchteil der Fans kostenlos erreicht wird, bietet sich für das Albumposting eine FB Werbekampagne an. Darin kann man auch ganz genau festlegen, welche Zielgruppe man erreichen möchte.

Du kannst außerdem in dem Post, in dem Du Dein Album bewirbst, einen Teaser Deines aktuellsten Musikvideos direkt auf Facebook hochladen. Facebook liebt Facebookvideos und belohnt Dich dafür mit mehr Reichweite. Aber knzentrierst Du Dich bei Deiner Werbung nur auf einen Social Media Kanal, machst Du Dich und Deine Reichweite auch abhängig von diesem Anbieter.

Alternativ kannst Du Fankontakte auch über Deine Homepage sammeln. Das funktioniert mit einem Newsletter.

Die meisten Newsletter auf Bandwebseiten befinden sich irgendwo am Rand. Da trage ich mich aber nie ein, da mich das Menü viel zu sehr ablenkt, und ich versuche, die Musik zu finden. Bis dahin habe ich den Newsletter vergessen.

Wie bekommt man nun Leute dazu, sich in einen Newsletter einzutragen?

Stell Dir vor, Du landest auf einer Seite, auf der Du Bilder und ein Video einer Band siehst, aber nirgends eine Navigation. Die Seite hat nur einen einzigen Knopf: Den für die Newsletter Anmeldung.

Kommst Du jetzt auf die Seite, weil Du zB grade das Konzert einer Band gesehen hast, die Dir gefallen hat, bleibt Dir nur eine Option: In den Newsletter eintragen.

Und wenn Du Deine Fans auf eine solche Seite schickst, haben sie ebenfalls nur diese eine Option und Du fängst an, Emailadressen von Leuten zu bekommen, die sich für Deine Musik interessieren.

Verwechsle diese Art von Seite bitte nicht mit dem EPK, das einen völlig anderen Zweck erfüllt. Zum EPK kannst Du Dir gerne nochmal Folge 3 des Podcasts anhören.

Hast Du nun für Deine Band eine solche Landing Page, in der es nur darum geht, Emailadressen Deiner Fans zu bekommen, dann druckst Du die Adresse dieser Seite auf einen Flyer, zusammen mit einem ansprechenden Bild Deiner Band.

Diesen Flyer verteilst Du auf Deinen Konzerten, legst sie am Merchstand aus, usw.

Du kannst hier auch auch kreativ werden und den Flyer zum Beispiel quadratisch drucken lassen und auf Pappe kleben, damit er nicht wie ein normaler Flyer wirkt. Vielleicht hast Du auch einen aktuellen Song, der nicht auf dem Album ist, den Du als exklusiven Download anbieten willst und den es nur auf dem Flyer gibt – als Download Code.

Damit gibst Du den Leuten die Möglichkeit, einen Song von Dir am Merchstand zu bekommen und wenn ihnen der Song genauso gut gefällt wie das Konzert, kommen sie auch auf Deine Seite und landen mit hoher Wahrscheinlichkeit in Deinem Newsletter, über den Du dann das Album verkaufen kannst.

Wichtig ist, dass Du auf den Flyer tatsächlich nur den einen Link packst, um die Leute nicht abzulenken oder zu verwirren.

Bei der Auswahl von zwei oder drei Links auf dem Flyer riskierst Du, dass der Empfänger sich für den falschen Link entscheidet, der nicht zu Deinem Newsletter führt.

Du siehst also, man muss nicht wegen einem Konzert einen Release vorverlegen und damit Reichweite verschenken. Man kann ganz einfach ein Konzert dazu nutzen, seine Fans auf die eigene Landing Page zu schicken und sich dann über den Newsletter um sie zu kümmern. Der Vorteil hier gegenüber Social Media Profilen: Man hat keine starken Reichweiteverluste und man hat alles selbst in der Hand.

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